Dein Wert in der Endzeitstimmung von Matthäus 10

Aufeinander folgende Motive führen in die Freiheit!

Matthäus 10, 24-39

24 Ein Jünger steht nicht über seinem Meister und ein Sklave nicht über seinem Herrn.

25 Der Jünger muss sich damit begnügen, dass es ihm geht wie seinem Meister, und der Sklave, dass es ihm geht wie seinem Herrn. Wenn man schon den Herrn des Hauses Beelzebul nennt, dann erst recht seine Hausgenossen.

26 Darum fürchtet euch nicht vor ihnen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.

27 Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern.

28 Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann.

29 Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters.

30 Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt.

31 Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

32 Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.

33 Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

34 Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.

35 Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter;

36 und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein.

37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.

38 Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig.

39 Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.

 

 

Ausgangssituation:

Rom war seinerzeit das, was man heute eine Weltmacht nennt. Das Römische Protektorat in Jerusalem eine Fremdherrschaft, die schon seit Generationen dauerte. Teile der Bevölkerung kamen gut zurecht, passten sich an, nahmen Gebräuche und auch berufliche Stellungen an. Manche hatten dadurch ein gutes Auskommen, stiegen in der Hierarchie auf. Die Priesterkaste stieg ebenso auf. Andere kamen da nicht mit, stiegen ab. In jedem Fall ist davon auszugehen, dass ein langer Aufenthalt einer Fremdbesatzung zur Schwächung der Identität des beherrschten Volkes beiträgt. Kranke und Gesunde, Zöllner und Händler, Arme und Reiche wurden gegeneinander ausgespielt. Andere  wiederum, wollten, dass alles so bleibt wie es war. 

So konnte es nicht weitergehen, die Gesellschaft drohte auseinanderzubrechen.

Und es gab vielerlei Strömungen innerhalb Jerusalems, die diesen Zustand ändern wollten. Teils rein politischer, teils religiöser Natur. Regimekritik oder das Anprangern von Zuständen war politisch nicht erwünscht, geradezu lebensgefährlich. Johannes, dem Jesus sehr nahestand, war schon gefangen genommen wurden und verlor bald darauf sein Leben.

Es muss Endzeitstimmung geherrscht haben. Druck und Angst beherrschte das Klima. In diesem Klima trat Jesus auf!

 

1. Motiv: Abhängigkeit

 

Zu dieser, wie in jeder Zeit leben wir Menschen in Abhängigkeiten. Manche sind offensichtlich, wie politische Willkür-herrschaften, die Menschen einsperren oder verhungern lassen. Manche bestehen im Berufsleben, in finanzieller Hinsicht, in familiärer Hinsicht. 

Wir sind ständig auch voneinander abhängig, der Mensch an sich ist ein soziales Wesen und alleine nicht überlebensfähig. Doch manchmal sind Abhängigkeiten von Systemen (Beruf, Familie, Paarbeziehungen usw.) so stark, dass sie eine eigene Entfaltung stark einschränken, Druck und Angst auslösen. 

Man sucht sich anzupassen, vielleicht zu verstecken, traut sich kaum, den Mund aufzumachen oder wird sogar mundtot gemacht. Gruppendynamik, eingeschliffene Mechanismen können lähmen, sie können regelrecht blind machen, für das was in uns und um uns herum ist.

Unser Ich, das was wir sind, was uns ausmacht gerät in Gefahr. 

Vielleicht hat der eine oder andere schon mal damit Bekanntschaft gemacht.

Man strampelt sich ab, rennt und rennt im Hamsterrad, kein Ausweg, keine Zeit mehr für sich, nicht mehr Abschalten können, es geht einem schlechter und man versucht immer heftiger endlich mal anzukommen. Druck, Versagensängste, Überforderung, Dauerstress, man brennt aus - Leere, Burn out. Burn out, ein Aspekt davon, was in der Bibel Hölle heißt. 

Taub und blind, fern von dem was Gut ist, fern von Gott, von Güte und Gnade, die nicht mehr wahrgenommen werden kann. Fern von Glück, fern der Liebe.

 

Die Sicherheit, die Abhängigkeiten auf den ersten Blick gewähren, haben einen hohen Preis. Unsere Leistung, sprich Lebenskraft, unser eigenes Ich wird unterworfen und aufgezehrt. Es geht unter, in dem wovon wir uns abhängig gemacht haben. Das was uns mundtot macht, was uns Angst einjagt, uns durcheinanderbringt, einen klaren Blick auf die Sache verstellt.

 

 

2. Motiv: Wert

 

Wir sind mehr wert als das, wovon wir glauben abhängig zu sein. Wir sind mehr wert als der Spatz im Schwarm. So wie jeder einzelne ist, ist er einzigartig. Diese Einzigartigkeit hat bei Gott seinen Wert. Jeder einzelne ist für Gott so wichtig und wertvoll, dass er alles darüber weiß. Jeden unserer Gedanken, jedes Handeln, jedes Haar auf dem Kopf. Nichts bleibt verborgen. 

 

Die Christologie spricht davon, dass der Wert jedes Einzelnen so hoch ist, dass Gott sich selbst in Christus auf die Erde gebracht hat, zu den Menschen. Da muss was dran sein. Immerhin reden wir zweitausend Jahre später immer noch davon. 

Wenn wir davon ausgehen, dass wir, jeder einzelne von uns, so wertvoll für Gott ist, drängt sich die Frage auf, wie wertvoll ist mir Gott?

An welcher Stelle kommt er denn? An erster, zweiter, dritter Stelle? 

Jeder darf, er soll sogar den Mund aufmachen. Seine Überzeugung nach außen darstellen, sich bekennen, zu dem was ihm wichtig ist. 

Fürchte dich nicht, heißt es, fürchte dich nicht weil du geliebt und wertvoll  bist.

 

Was ist mir selber das wert? Was bin ich mir wert? Was ist mir meine Beziehung zu Gott wert?

Gott-Mensch-Welt, eine uralte philosophische Fragestellung über die Beziehung, die Verhältnismäßigkeit und die Wertigkeit, die jeder einzelne in seinem Leben ausdrückt.

 

 

3. Motiv: Entscheidung 

 

Das Schwert, kein Messerchen, nein, das Schwert. Ein bekanntes Metapher für eine nachhaltige Entscheidung. Gordischer Knoten, Schwert des Damokles...

Ist in der Bibel die Rede vom Schwert, wird es stets definiert als Schwert des Geistes. Hinschauen, reflektieren, unterscheiden und entscheiden.

Die in heutigen Zeit propagierte Verfügbarkeit, alles zu jeder Zeit, sowohl als auch, nicht Freiheit von sondern Freiheit zu allem was ich mir wünsche, ein sowohl als auch...

Die Beliebigkeit, ich kann ja wählen, muss mich aber nicht entscheiden, kann mich meiner Stimme auch enthalten, es mir gemütlich machen in meiner gut gepolsterten Ecke...

Das sind Trugbilder. Wir müssen uns entscheiden und das auch noch dauernd. Welche Richtung gehen wir, wenn wir und heute so und morgen anders entscheiden? Wenn wir zu Rosinenpickern werden. Von jedem am liebsten nur das Beste.

 

Hier wird ein göttlicher Alleinanspruch reformuliert: Gott anzuerkennen und sich eben nicht anderen oder anderes zu unterwerfen. Mensch entscheide Dich und dann steh dazu. 

So eine Haltung, sich für Gott zu entscheiden, als Ausgangspunkt und Richtungsgeber, das bringt Systeme der Abhängigkeiten in Gefahr und damit den, der dies Haltung auch lebt, nicht immer nur Rosen ein. 

 

Und wie halte ich es? Habe ich mich entschieden? Wofür habe ich mich entschieden, oder steht noch eine Entscheidung aus? Welche Kraft liegt in meiner Entscheidung?

 

 

4. Motiv: Erwartung und Aufgabe

 

Wir sollen unser Kreuz annehmen, aufnehmen. Jeder hat sein eigenes Kreuz, seinen eigenen Kampf, seine eigenen Aufgaben. Mit diesem Kreuz, sollen wir Christus nachfolgen. Wir sollen uns lösen von den Abhängigkeiten, uns aufmachen zur Freiheit.

Auch wenn es schwierig wird, unbequem, wir kritische belächelt werden, oder uns sogar unglaublicher Ungemach droht, sollen wir nachfolgen. 

 

Wir sind dessen würdig, das heißt, unsere Ausstattung ist gut genug dafür. Jeder hat seinen einzigartigen Wert, kann die Kraft zur Entscheidung finden, sein Kreuz aufzunehmen und seinen Weg gehen.

Wir erweisen uns als unwürdig, wenn wir der Entscheidung aus dem Weg gehen. Wenn wir nur schauen was denn die Systeme der Abhängigkeiten vorgeben, oder wie es denn am leichtesten, am schnellsten geht, was wir so vorhaben. 

Was habe ich denn so vor? Wem folge ich denn wirklich? Ist das auch wirklich mein Kreuz, dass ich tragen, meine Aufgabe oder nur Zeichen von Abhängigkeit?

 

Jesus spricht von nichts weniger als das Leben, das wir gewinnen, wenn wir ihm folgen. Er spricht von Belohnung für alles, was wir an Abhängigkeiten zurücklassen. Abhängigkeiten hat schließlich auch positiven Facetten wie Sicherheit, Wohlstand, sozialer Status, Bequemlichkeit und Komfort. 

Jesus verspricht das Leben, einfach das blanke Leben und nichts anderes. Ein Leben in Freiheit.

Es sind immer wieder die uralten Frage: Wo komm ich her? Wo geh ich hin? 

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